Als Farb- und Einrichtungsberaterin erarbeite ich für meine Kunden Farb-und Materialkonzepte für Ihre Räume. Dabei arbeite ich selten mit einer Farbe sondern unterbreite einen Vorschlag einer Palette von Farben, die im Zusammenspiel zur gewünschten Wirkung im Raum führen. Ich erkläre Ihnen drei mögliche Farbschemas wie Farben zusammen kombiniert werden können. Mit Hilfe des Farbkreis, können Sie das Farbkonzept anwenden das zu Ihnen passt.

Der Farbkreis

Der Farbkreis enthält diese zwölf Farben. Die Kreisform zeigt das Verhältnis der Farben untereinander und gibt einen guten Überblick darüber welche Farben harmonieren und welche eher miteinander konkurrieren. Weiss, Schwarz und Grau sind unbunte Farben weil sie keinen Buntton enthalten. Wenn sie aber mit den reinen Farben gemischt werden, entsteht ein riesiges Spektrum an Farbnuancen. Bei allen Farbschemas gilt: Sie lassen sich wunderbar mit neutralen Farben wie Weiss, Schwarz, Grau, Braun oder Beige kombinieren.

Farbkreis

Das monochrome Farbschema

Beim monochromen (=einfarbigen) Farbschema wird im Raum nur eine Hauptfarbe verwendet. Möglich sind von der Basisfarbe alle Abstufungen des Bunttones. Von den hellklaren über die grau getrübten bis zu den dunkelklaren Nuancen dieser Farbe. In unserem Beispielbild wird der leichte Apricot-Pastellton mit satten Orangebraun kombiniert.
Wer einen minimalistische Einrichtungsstil mag liegt bei dieser Farbpalette richtig. Die Aufmerksamkeit wird nicht nur auf die Farben gelegt sondern auch auf die Formen und Materialien im Raum. Die Farbwirkung bei diesem Schema ist zurückhaltend, ausgewogen und reduziert schlicht.

Foto: Muuto

Farbkreis monochrom

Das analoge Farbschema

Beim Ton in Ton Farbschema wird eine Basisfarbe mit den beiden benachbarten Farben verwendet. Auch hier können wieder alle Sättigungen der Farben angewendet werden. Wenn Sie Farben mit ähnlicher Helligkeit und Intensität verwendet ist es noch harmonischer. In unserem Beispielbild sehen Sie eine Anwendung mit Accessoires. Hier werden verschiedene Nuancen von blau, blaugrün und grün kombiniert.
Besonders schön wirkt das analoge Farbschema mit trüben Farben und Pastells. Oft gesehen wird es beim skandinavischen Einrichtungsstil. Die Wirkung im Raum ist ruhig, harmonisch und natürlich.

Foto: H&M Home

Farbkreis analog

Das komplementäre Farbschema

Wenn wir auf den Farbkreis schauen sind die Komplementärfarben jene Farben die sich genau gegenüberliegen. Beispiele für Komplementärfarben sind Gelb und Violett, Orange und Blau sowie Rot und Grün. Wenn wir zwei solche Farben gegenüberstellen verstärken sie sich gegenseitig und werden in ihrer Farbigkeit intensiver als bei anderen Farbkombinationen. Wenn Sie sich gerne mit intensiven Farben umgeben, können Sie dieses Prinzip bewusst einsetzen um die Leuchtkraft der Farben zu steigern.
Bei unserem Bild wird Rot-Orange einem hellen Türkisblau gegenübergestellt. Bei diesem Farbenpaar liegt zugleich auch der grösste Kalt-Warm Kontrast. Blaugrün wird als kälteste und Rotorange als wärmste Farbe wahrgenommen. Bei der Anwendung von komplementären Farben wird das Raumgefühl lebhaft, kraftvoll und ausdrucksstark. Ich finde das passt zum Industrial Style aber auch wenn Sie Ihre Lieblingsstücke in Szene setzen möchten.

Foto: Muuto

Farbkreis Komplementär

Das split-komplementäre Farbschema

Dieses Prinzip ist auf dem komplementären Farbschema aufgebaut. Hier wird aber nicht die Komplementärfarbe sondern deren beiden Nachbarfarben verwendet Damit das Farbverhältnis ausgeglichen ist, müssen alle 3 Farbtöne angewendet werden. Wenn mehrere Farben miteinander kombiniert werden, ist es am schönsten, wenn es einen farblichen Hauptdarsteller gibt, also eine Farbe die visuell eindeutig am meisten vorhanden ist. Ein stimmiges Verhältnis der Farben zueinander gibt die Formel 60/30/10 + S. Sie zeigt wie Farben harmonisch gegliedert werden und eine Balance geschaffen wird.
Grundsätzlich ist auch dieses Farbschema mit allen Farben möglich, besonders schön ist es aber in der Anwendung mit Schattenfarben. Daher kommt es besonders gut beim Mid Century Stil zur Geltung. Die dunkelklaren Farben unterstreichen den Stil der 50er und 60-er Jahre mit den formschönen Designklassiker und den edlen Materialien und lassen uns in ein Raumgefühl von Gemütlichkeit und Eleganz eintauchen.
Auf dem Beispielbild sehen Sie wie die dunkelblaue Wandfarbe mit den ocker und den sandfarben Stuhlbezügen kombiniert wird. Aus dem Farbkreis erkennen Sie dass das Ocker durch mischen mit schwarz aus Gelb-Orange erreicht wird und der Sandton ist ein mit hellgrau getrübtes Rot-Orange.

Foto: Micasa

Farbkreis Split-Komplementär

 

Glossar Farbe
  • Buntton
    Ist der Farbton einer Farbe (Gelb, Rot, Blau, etc.). Das Pigment gibt der Farbe ihre Buntheit.

  • Tonwert
    Helligkeit oder Dunkelheit einer Farbe

  • Sättigungsgrad
    Intensität der Farbe durch Beimischen von schwarz und weiss

  • Farbnuance
    Die Schattierungen einer Farbe. Kleine Unterschiede in Farbton, Helligkeit und Sättigung der Farbe.

  • Hellklare Farben (Pastells)
    Durch Beimischen mit weiss aufgehellt. Hellklare Farben gewinnen an Helligkeit, verlieren jedoch an Sättigung.

  • Dunkelklare Farben (Schattenfarben)
    Durch Beimischen von Schwarz verdunkelt. Dunkelklaren Farben verlieren an Buntheit, jedoch nicht an Sättigung. Deshalb behalten sie trotz ihrer Dunkelheit ein gewisses Leuchten.

  • Trübe Farben (gebrochene, vergraute Farben)
    Durch Beimischen mit grau vertrübt. Weil es Grau in unterschiedlicher Helligkeit gibt, bilden sie die grösste Farbgruppe mit den meisten Nuancen.

  • Unbunte Farben
    Weiss, Schwarz und Grau sind unbunten Farben da sie keinen Buntton enthalten. In der Natur kommen sie selten vor.

Sind Sie noch unsicher welche Farbpalette Sie in ihrem Zuhause anwenden möchten? Rufen Sie uns an oder stellen Sie uns Ihre Fragen über die digitale Helpline. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

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